Hallo und guten Abend.
Zumindest hier bei mir ist es jetzt gerade
Abend.
Ich hatte heute ein bisschen einen stressigen Tag
und tatsächlich tagsüber keine Zeit gefunden für mich
selber, für ein bisschen Naturroutine.
Und ich wollte jetzt einfach nochmal raus.
Und dann haben mich aber so die Straßenlaternen
gestört.
Ich einfach irgendwie, ich würde einfach diese ganzen
Reizsimmer für einen Moment loswerden.
Was ich jetzt gemacht habe, das fühlt sich
vielleicht für den einen oder anderen ein bisschen
extrem an.
Wie der andere werden wahrscheinlich mit dem Schulternzug
und sagen, das mache ich doch eh dauernd.
Aber ich habe einfach jetzt noch einen Nachtspaziergang
durch den Wald gemacht.
Und ich hatte ja schon mal so eine
Folge gemacht aus dem Wald, aber das war
so Frühsommer.
Und jetzt ist es halt ein Novemberwald.
Es hatte vor ein paar Tagen geschneit, der
ist jetzt inzwischen weg, der Schnee.
Also ich kann hier eigentlich keinen Schnee weiter
entdecken.
Es war in den letzten Tagen auch plusgrade.
Und es ist jetzt halt super neblig.
Und auch bewölkt, also ich kann keine Sterne
sehen, der Mond lässt sich ab und zu
mal blicken.
Und trotzdem ist es jetzt hier in dem
Wald, wo ich bin, nicht wirklich richtig dunkel.
Also was heißt richtig dunkel?
Es ist halt düster, also ich kann so
vielleicht 30 Meter weit schauen.
Und wenn ich ganz still bin, dann höre
ich eigentlich die ganze Zeit so das Tropfen
von Wasser.
Es ist halt sehr feucht, deshalb auch neblig.
Aber deutlich über 0 Grad, also es ist
eigentlich sehr warm.
Ich brauche jetzt hier keine Handschuhe.
Und es ist erstaunlich, es ist ja jetzt
wirklich dunkel, aber dadurch, dass es so neblig
ist, ist der Himmel quasi hell und erleuchtet
das alles hier so ein bisschen.
Ich weiß gar nicht, ob das vielleicht auch
erschreckend ist, wie hell es jetzt hier ist.
Weil diese Helligkeit kommt natürlich von drumherum, von
Straßenaternen, von Gebäudebeleuchtung, von Stadt und Dorf.
Das sieht man auch so die Richtung, die
jetzt hier die nächste Ansiedlung ist.
Da ist es nochmal deutlich heller als in
die andere Richtung.
Ich finde das ist ein Zeichen dafür, dass
wir Menschen mit unserer ganzen Zivilisation und Kultur
eben einen unglaublichen Einfluss haben auf alles um
uns drumherum.
Und während irgendwo der Klimawandel vielleicht super schwer
zu greifen ist, wie wir da eben das
Klima beeinflussen, ist aber das eigentlich ganz gut
zu greifen, wie unsere Straßenbeleuchtung hier
das Licht im Wald beeinflusst.
Also, ich würde sagen, die Stelle, wo ich
jetzt bin, ist von der nächsten Straße vielleicht
500 Meter weg.
Man hört auch immer so ein bisschen dieses
Rauschen, weil es jetzt gerade wirklich überhaupt keine
Geräusche hier gibt, außer dem Tropfen der Bäume.
Aber sei es drum, ich finde es gerade
trotzdem wunderschön hier.
Es ist einfach so schön, zwischen den Bäumen
durchzuschauen, in den Nebelreihen zwischen den Bäumen durchzuschauen,
die Baumkronen von den Nadelbäumen zu sehen, die
eben hier oben noch so, so wie schwarze
Federn sich gegen den Himmel abheben und dazwischen
dann die kalen Winterbäume, Laubbäume.
Das ist echt schön.
So lang zu laufen, neben mir ist jetzt
ein Teich, der ist ein bisschen gefroren, nicht
so gefroren, dass ich da versuchen würde drauf
zu gehen, vor allem nicht in der Nacht,
vor allem nicht alleine, vor allem nicht mit
dem Handy in der Hand.
Es ist einfach echt schön und ich hatte
jetzt gerade eben einfach trotzdem einen Puls, obwohl
ich gerade unglaublich die Ruhe genieße, das einfach
hier in einer ganz kurzen, kurzen Episode einfach
mal aufzuzeichnen.
Schön, dass es durch diesen Wald geht, es
ist halt so ruhig und friedlich.
Wenn ich meine Augen wieder zumache und ich
einfach mal nur auf die Geräusche in der
Nähe konzentriere, und das kann man, ich kenne
manche Leute, die sagen, oh nee, es rauscht
doch immer irgendwo das Auto.
Ja, wenn ich mich auf die Autos konzentriere
oder wenn ich jetzt mich nicht fokussiere, sondern,
sag ich mal, alle Sinne aufmache und was
ist in der Nähe, was höre ich gerade
alles, dann höre ich das Autorauschen auch, das
Fahrzeugrauschen.
Aber wenn ich wirklich sage, okay, ich will
jetzt einfach still stehen und nur hören, was
in der ganzen Nähe ist, dann höre ich
immer wieder dieses Tropf, Tropf, ein ganz leichtes
Knacken.
Und ab und zu raschelt es auch mal
irgendwo ein Stückchen weg.
Ich bin jetzt gerade ohne Licht unterwegs, also
das Handy, mit dem ich gerade aufzeichne, leuchtet
jetzt natürlich.
Aber ansonsten bin ich gerade ohne Licht unterwegs,
ich habe eine Stirnlampe mit, ich habe eine
Taschenlampe mit.
Und ich habe mir vorhin am Bekant auch
noch einen Wanderstab mitgenommen, weil, das muss ich
natürlich auch sagen, im Wald in der Nacht
spazieren zu gehen, wirkt in erhöhtes Unfallrisiko, weil
man eben nicht so gut sieht, weil man
stolpern kann.
Deshalb bin ich tatsächlich jetzt auch entgegen meinen
Gepflogenheiten nicht querfeldein unterwegs.
Zum einen, weil ich kein Wild aufstöbern will.
Die brauchen jetzt im Winter ihre Kraft.
Und wenn ich jetzt irgendwo zwischen den Bäumen
halt Rehe liege und schlafen will, und dann
komme ich da reingelatscht, dann ist das dann
wieder blöd.
Und zum zweiten einfach auch, ich müsste die
ganze Zeit mit Licht rumlaufen.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, wenn ich
das Licht ausmache, sieht es hier noch viel
schöner aus.
Weil die Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit,
die gewöhnen sich nach einer Weile dran.
Und dann sieht man eigentlich auch ganz gut,
wo man lang geht.
Zumindest im direkten Schrittbereich, hier so auf dem
Weg.
Und man kann so wunderschön in die Baumkronen
gucken, wie ich das vorhin beschrieben habe.
Das ist also etwas, was man durchaus mal
machen kann.
Und bei mir hat es, ich war vorher
schon eine Weile unterwegs, bevor ich jetzt hier
angefangen habe aufzuzeichnen, war ich schon eine Weile
unterwegs und das hat
mich unglaublich runtergekühlt.
Also nicht körperlich, sondern einfach im Kopf ruhig
gemacht, hab mich zwischendurch auch einfach mal an
den Baum gelehnt.
Wirklich mal nur gelauscht, was da um mich
herum passiert.
Aber es war wirklich schön.
Und das sind so Erfahrungen, die man sich
nicht verwehren sollte, die man gerne mal machen
darf.
Die muss man nicht alleine machen.
Man kann sich auch jemanden mitnehmen, der einen
begleitet.
Dann ist das auch mit dem Unfallrisiko nicht
mehr so markant, wenn man zu zweit, zu
dritt, zu viert, zu fünft unterwegs ist.
Und es ist einfach eine schöne Sache, das
mal zu erleben.
Es steht auf jeden Fall, seit jetzt eben,
das ist eigentlich das erste Mal, dass ich
im Dunkeln draußen bin, aber gerade eben so
im Winterwald spazieren.
Das tut total gut.
Und steht auf jeden Fall jetzt schon auf
meiner Liste für, das könnte doch mal ein
Projekt fürs nächste Jahr auch sein, eine Nachtwanderung
zu machen.
Muss ja auch nicht unbedingt ultra lang sein,
nur zwei, drei Stunden.
Hier einfach mal durch den Wald zu marschieren.
Es ist halt hier auch wirklich relativ schnell
im Wald drin.
Und die Dunkelheit und die Stille, die tun
ihren Rest.
Gut, soviel.
Ein Gruß aus der Nacht.
Ich gehe jetzt noch ein Stück, ein paar
Meter habe ich noch, dann komme ich wieder
an der Zivilisation an.
Auf dem Golfplatz, wo wahrscheinlich zu dieser Zeit
jetzt keine Golfer mehr sind, außer die spielen
hier Nachtgolf oder so.
Aber danach sieht es irgendwie nicht aus.
Keine leuchtenden Löcher.
Ich wünsche euch eine ruhige Zeit.
Macht's gut.