Perfektes Deutsch oder imaginäre Sprachbarrieren
Ep. 17

Perfektes Deutsch oder imaginäre Sprachbarrieren

Episode description

Auf dem Karrieretag in Dresden habe ich mit mehreren Menschen gesprochen, die in ihrem Beruf richtig gut sind – aber an Sprachzertifikaten scheitern. B1 Prüfung geschafft, trotzdem heißt es: „Ohne B2 oder C1 keine Chance.“

In meiner neuen Podcastfolge Hängematten-Perspektive denke ich laut darüber nach, was Sprache im Job wirklich leisten muss, warum wir sie vor allem im echten Kontakt lernen und welche Alternativen es zu starren Zertifikats-Hürden geben könnte – z.B. Team-Teaching oder gemischte Tandems im Arbeitsalltag.

Die Folge kommt ungeschnitten aus dem Prießnitzgrund in Dresden – mit Vogelstimmen, Straßenrauschen und vielen Fragezeichen im Gepäck.


Gab es einen Moment, der hängen geblieben ist – oder eine Frage, die nachhallt? Ich freue mich über deine Rückmeldung, egal ob lang oder kurz.

Du kannst mir schreiben:

💌 E-Mail an haengematte@hanjo-meinhardt.de
🐘 Mastodon: @waldcoach@dresden.network
💼 oder über LinkedIn

Ich lese mit – und ich antworte.

Vielleicht entsteht daraus ja ein kleiner Waldpfad von Gedanken.

Download transcript (.srt)
0:28

Hallo, willkommen zu einer neuen Hängematten-Perspektive von

0:36

draußen im Walde und wird heute ein Stück

0:42

im Priesengrund spazieren.

0:44

Das Thema im Kopf ist die schöne Hängematten

0:51

-Perspektive.

0:56

Ich habe jetzt gerade tatsächlich einfach nur ein

0:59

bisschen Schritte im Laus aufgezeichnet für den Anfang,

1:05

weil, ja, hier zwitschern so ein paar Vögel,

1:07

aber im Hintergrund hier ist noch so die,

1:09

was ist das?

1:11

Das ist, glaube ich, die Stauffenbergallee, die St.

1:13

Xavier-Biadukt, und die lärmt jetzt um diese

1:18

Zeit doch ganz schön.

1:19

Auf der anderen Seite läuft jetzt gerade schön

1:20

eine Priesenz lang, die fließt hier so friedlich

1:23

vor sich hin.

1:27

Und es wird jetzt hier langsam ein bisschen

1:29

ruhiger.

1:38

Es ist schön hier, ich mag das hier.

1:41

Es ist echt, also für alle Dresdner gerade,

1:44

die Neustädter, also wenn ihr den Priesenzgrund noch

1:48

nicht kennt als Fleckchen, wo man mal schnell

1:52

spazieren gehen kann, ja, also wirklich, wirklich die

1:56

absolute Empfehlung, wenn man einfach mal ein bisschen

1:58

rauskommen will.

2:00

Vom Alloun-Park hinterher zum Priesenzlaufen, dann an

2:03

der Priesenz langlaufen bis zur ersten Brücke und

2:05

wieder zurück.

2:06

Das schafft man locker in unter einer Stunde,

2:10

wenn man gemütlich läuft, und das ist eine

2:18

richtig geile Übung.

2:19

So, das einfach so vorweg, Local Tip, also

2:24

ich bin total gerne hier, weil es eben

2:26

ein Ort ist, an den ich auch super

2:28

schnell komme, wenn ich in der Neustadt bin

2:29

und nochmal raus will, wo ich auch ein

2:32

bisschen ein Gefühl kriege, also wenn ich jetzt

2:34

nicht gerade nach oben gucke, wo ein Kasernengebäude

2:37

ist oder so, sondern halt eben mich schon

2:40

auch auf die Natur konzentriere, dass es hier

2:42

schon schön verwildert und durchwachsen.

2:46

Das ist relativ cool.

2:50

So, aber was ist mein Thema heute?

2:53

Mein Thema heute ist Sprache im Business, Sprache

3:00

im Job, Sprache auf der Arbeit, im Team.

3:06

Ich versuche mal ein bisschen Kontext erstmal dafür

3:09

zu schaffen.

3:11

Ich habe ungefähr die Hälfte meines angestellten Arbeitslebens

3:20

in multinationalen Teams verbracht, also Teams, wo teilweise

3:29

der Anteil von gebürtigen Deutschen unter 25 Prozent

3:39

lag.

3:42

Das heißt, da war die Arbeitssprache in der

3:44

Regel gar nicht Deutsch, sondern die Arbeitssprache war

3:47

Englisch.

3:52

Und ich war zudem vor zwei Tagen auf

3:57

dem Kariertag einer Messe, es ist eine Jobmesse

4:04

hier in Dresden, also die machen Messen an

4:08

verschiedenen Orten und die haben so eine Coachingzone,

4:14

da war ich als Coach und habe da

4:18

mit vielen wunderbaren Leuten reden können.

4:21

Und ein Thema, was aber eigentlich fast erschreckend

4:24

wiederkehrendes Thema war, war das Thema Sprache.

4:28

Ich hatte mehrere Menschen da zu sitzen aus

4:32

verschiedenen Ländern, die gesagt haben, Hilfe mir mal,

4:38

ich weiß einfach nicht, was ich machen soll,

4:39

ich finde keinen Job, weil in den Stellenbeschreibungen

4:46

steht halt überall drin, ich brauche entweder ein

4:52

Sprachzertifikat B2 oder teilweise sogar ein C1 Zertifikat.

4:59

Ich habe gerade mal meine B1 Prüfung geschafft

5:02

und ich fühle mich jetzt total unsicher in

5:04

meiner Sprache.

5:07

Wow, das hat mich jetzt gerade so ein

5:09

bisschen zum Nachdenken angeregt, eben genau über dieses

5:14

Thema.

5:18

Also was bedeutet denn eigentlich Sprache so im

5:22

Jobkontext?

5:24

Sprache ist ja für uns Menschen, also jetzt

5:28

erstmal ganz objektiv betrachtet, ist Sprache für uns

5:31

Menschen ein Kommunikationsmittel, ein Weg sich auszudrücken, ein

5:36

Weg in Verbindung zu treten.

5:40

Und wenn sich zwei Menschen gegenüber sitzen, die

5:44

sich nicht verstehen, dann haben wir ein Problem.

5:54

Dann entsteht erstmal ein ganz konkretes Problem, dann

5:57

ist erstmal kein effektives Arbeiten möglich, dann ist

6:03

es ganz schwer eine Verbindung in Form eines

6:09

Teams zu erschaffen.

6:12

Und von effizientem Arbeiten, wie es in vielen

6:15

Wirtschaftsunternehmen heute immer noch gefordert ist, braucht man

6:18

da eigentlich gar nicht anfangen.

6:22

Und was ich einfach super krass finde an

6:25

der Stelle, ist, dass diese Personen, mit denen

6:28

ich da gesprochen habe, die dieses Sprachzertifikatsproblem haben,

6:34

also ich konnte wunderbar mit denen Deutsch sprechen.

6:42

Teilweise haben die auch ein fließendes Englisch gesprochen,

6:46

wo ich wunderbar mit denen in Kontakt treten

6:48

konnte.

6:49

Aber grundsätzlich hat das auch auf Deutsch funktioniert.

6:53

Das ist natürlich logisch, das ist anstrengend für

6:56

die und es ist auch anstrengend für mich.

6:58

Also für den Sprecher ist es anstrengend, wenn

7:01

er die Sprache nicht gut kann und es

7:02

ist für den Zuhörer auch anstrengend.

7:03

Also von Effizienz braucht man da erstmal noch

7:06

nicht reden.

7:07

Aber ganz ehrlich, eine Sprache lerne ich nicht

7:10

dadurch, dass ich Vokabellisten auswendig lerne oder Grammatiktests

7:15

schreibe, sondern die lerne ich dadurch, dass ich

7:17

in Verbindung trete mit einer Person, die die

7:21

Sprache vielleicht ein bisschen besser kann und sich

7:25

dadurch einfach ein Sprachniveau ergibt, was besser wird.

7:30

Also Übung ist es, was ein besseres Sprechen,

7:35

bessere Sprachkenntnisse herstellt.

7:40

Und das kriegt man, glaube ich, mit Sprachkursen

7:42

nur sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr,

7:45

sehr, sehr, sehr langwierig hin.

7:47

Weil wenn ich an regelmäßiges Sprechen denke, dann

7:53

denke ich nicht irgendwie an einmal in der

7:55

Woche 90 Minuten in einem Sprachkurs, wo ich

7:58

dann 5 Minuten Zeit habe, mal zu sprechen.

8:01

Oder wenn ich richtig Glück habe, irgendwie Paarübungen

8:04

gemacht werden, wo ich vielleicht von den 90

8:10

Minuten 45 mit einer Person sprechen soll über

8:16

total alltagsferne Themen, die selber kein Deutsch kann.

8:24

Das ist so ein bisschen schwierig, finde ich,

8:27

also dieser Ansatz.

8:30

Und warum finde ich den Ansatz schwierig?

8:31

Ja, weil auf der anderen Seite eben diese

8:33

Anforderung da ist, die sagt, ja, wenn du

8:37

bei uns arbeiten willst, dann musst du aber

8:40

so ein Sprachzertifikat haben und musst da dieses

8:43

oder jenes Level erreichen.

8:45

Wenn ich so ein bisschen reingucke, das kann

8:46

man sicher googeln, Wikipedia ist das relativ knapp

8:50

in der Tabelle, einfach aufgeschrieben, was so die

8:52

Anforderungen an A1 bis C2 sind.

8:59

Wow, also ich kenne Native German Speakers, die

9:05

erfüllen nicht mal die Anforderungen für B1.

9:10

Aber in der Arbeitswelt wird das dann teilweise

9:13

gefordert.

9:16

Das ist ein bisschen in Zwiespalt natürlich.

9:19

Ich möchte halt einerseits natürlich, muss man gucken,

9:22

wie viel Kommunikation ist erstmal notwendig und wie

9:29

gut muss diese Kommunikation sein, damit sie dann

9:32

auch dem Kontext gerecht wird.

9:34

Also ich sage mal so, ein Lehrer oder

9:38

eine Lehrerin, wenn die halt absolut keine Sprachkenntnisse

9:43

haben und sich nicht auf Deutsch ausdrücken können,

9:47

dann ist das natürlich ein Problem.

9:51

Ich rede schon wieder von Problemen heute so

9:53

viel.

9:54

Eigentlich ist es gar kein Problem, es ist

9:55

erstmal eine Hürde, die überwunden werden muss und

9:58

es ist möglicherweise auch ein Kriterium, von dem

10:00

man valide sagen kann, okay, wenn eine Lehrerin

10:04

nicht in der Lage ist, das, was sie

10:06

da tut, ordentlich zu artikulieren und auszudrücken, dann

10:18

muss man sich gegebenenfalls die Frage stellen, ob

10:23

sie das in diesem Job machen kann.

10:26

Aber auf der anderen Seite sind wir dann

10:27

im Arbeitssystem wieder so unflexibel, dass wir dann

10:30

sagen, ja gut, du kannst ja gar nichts

10:31

machen, qualifizier dich erstmal.

10:34

Und das finde ich Mist, zu sagen, ja,

10:39

du musst dich erstmal qualifizieren und dann kannst

10:42

du einen Job bekommen.

10:44

Das zieht sich durch.

10:45

Sprache ist ja so ein richtig krasses Beispiel,

10:48

wie ich finde, von dem man halt wirklich

10:50

sagen muss, okay, gibt es da nicht irgendwie

10:53

andere Gedanken dazu?

10:56

Gibt es da nicht andere Lösungen an der

11:00

Stelle, die man einfach denken müsste, denen man

11:08

einfach Raum geben müsste?

11:11

Weil, und das ist meine hundertprozentige Überzeugung, Sprache

11:16

lernt man nur, indem man sie anwendet.

11:20

Es muss eine Notwendigkeit geben, die Sprache zu

11:24

lernen.

11:25

Und es muss auch Möglichkeiten geben, diese Sprache

11:29

praktisch anzuwenden.

11:31

Und wenn wir zum Beispiel sagen, und ich

11:32

komme jetzt einfach auf dieses Lehrerbeispiel zurück, und

11:35

ich denke, das ist ein bisschen radikal jetzt

11:36

an der Stelle, wenn ich sage, ja, eine

11:39

Person mit 15 Jahren Erfahrung als Lehrerin oder

11:46

Lehrer in einem fremden Land, keine deutsche Muttersprachlerin,

11:52

gibt sich mega Mühe, Deutsch zu lernen, ist

11:56

schon in der Lage, sich auf einer Jobmesse

11:59

mit einem wildfremden Menschen, den sie nicht kennt,

12:02

über diese Probleme auf Deutsch auszutauschen.

12:08

Wieso sagen wir der, du kannst nicht als

12:10

Lehrerin arbeiten?

12:17

Und wenn ich da wirklich tief dahinter tauche,

12:19

dann denke ich mir, warum können wir das

12:21

nicht machen?

12:22

Naja, wir können das nicht machen, weil wir

12:25

unseren Jugendlichen nicht zutrauen, mit einer Person oder

12:33

etwas von einer Person zu lernen, deren Sprache

12:37

sie nicht gut verstehen.

12:39

Weil unser Anspruch ist, es muss sofort verständlich

12:42

sein, und es muss sofort losgehen.

12:47

Das finde ich eigentlich ziemlich krass, weil wir

12:49

damit eigentlich ja schon den jungen Menschen auch

12:52

wieder spiegeln, naja, eine Person, die dir etwas

12:55

beibringen kann, die muss perfekt deine Sprache beherrschen.

13:00

Und in beide Richtungen kann es ja einfach

13:04

sein, wenn ich eins zu eins mit einer

13:06

Person, die meine Sprache nicht spricht, rede, dann

13:13

frage ich nach, wenn ich etwas nicht verstehe.

13:16

Ich höre, da finden die Wahrnehmungsprozesse statt, die

13:20

nun mal bei einer Konversation stattfinden.

13:26

Und schlussendlich gibt es Punkte, wo ich sage,

13:29

das Wort verstehe ich jetzt nicht, was meinst

13:31

du damit?

13:31

Bitte erklär es mir nochmal.

13:33

Und das ist wirklich Kommunikation.

13:35

Das ist dann wirklich Kommunikation, wenn ich sage,

13:37

ich verstehe jetzt gerade nicht, was du da

13:39

erzählst.

13:41

Und genauso fair muss es sein, dass ein

13:43

Schüler sagt, hey, ich verstehe nicht, was du

13:45

da erzählst.

13:47

Kannst du mir das bitte nochmal erklären?

13:49

Das muss fair sein.

13:51

Das ist Augenhöhe an der Stelle.

13:54

Und da ist es sogar egal, ob das,

13:55

jetzt komme ich gerade ein bisschen vom Thema

13:57

ab, egal ob das jetzt eine Sprachbarriere ist,

14:00

oder ob das schlicht und ergreifend ein deutscher

14:02

Muttersprachler ist, der absolut nicht in der Lage

14:05

ist, irgendeinen wissenschaftlichen Sachverhalt jugendgerecht, kindgerecht

14:09

wiederzugeben.

14:11

Da muss der Jugendliche eigentlich auch das Recht

14:12

zu haben.

14:13

Hey, Herr Müller, tut mir leid, aber was

14:16

Sie da jetzt gerade an die Tafel geschrieben

14:18

haben, ergibt für mich keinen Sinn.

14:20

Können Sie mir das nochmal so erklären, dass

14:21

ich es verstehe?

14:24

Aber dafür haben wir keine Zeit.

14:25

Dafür haben wir im Schulsystem keine Zeit, weil

14:27

wir auch im Schulsystem auf Effizienz getrimmt sind.

14:31

Und vielleicht auch darauf getrimmt sind, dass Lehrer

14:34

Götter sind, die alles wissen.

14:41

Und da fehlt aber eben irgendwas.

14:45

Ich könnte da auch eine Lehrerin, die ein

14:48

brauchbares Deutsch, sag ich mal, mit ihr reden

14:52

kann, wo man sich in die Bar setzen

14:53

kann und sich unterhalten kann, oder mit der

14:55

man einen Spaziergang machen kann und wo man

14:57

sich ein bisschen was erzählen lassen kann von

14:59

ihrer Heimat, von ihren Alltagsproblemen.

15:04

Wenn das funktioniert, dann ist die auch in

15:06

meinen Augen in der Lage, Unterricht zu halten,

15:10

wenn es die Offenheit von beiden Seiten gibt,

15:12

zu sagen, hey, okay, dann müssen die Schüler

15:15

eben mal nachfragen, dann geht der Unterricht halt

15:17

vielleicht nicht ganz so schnell.

15:21

Und wir sind noch an einem anderen Punkt

15:23

hier natürlich auf Effizienz gebürstet, auch im Schulsystem,

15:27

dass wir hier sagen, warum packen wir denn

15:35

nicht einfach eine qualifizierte Lehrperson, die die deutsche

15:42

Sprache nicht beherrscht, mit einer qualifizierten Lehrperson, die

15:46

die deutsche Sprache herrscht, zusammen in so eine

15:48

Klasse und lassen sie zusammen Unterricht machen.

15:50

Warum lassen wir die nicht zusammen Unterricht vorbereiten,

15:53

Gedanken austauschen, wie sie das machen wollen, und

15:56

dann zu zweit in die Klasse gehen und

15:58

zu zweit diesen Unterricht durchführen.

16:00

Dann reduzieren wir massiv das Problem mit

16:09

der Sprachbarriere und wir reduzieren gleichzeitig das Problem,

16:22

dass wir in manchen Klassen einfach zu wenig

16:25

Lehrer drin haben.

16:27

Oder, ich denke, es ist vielleicht noch ein

16:29

ganzes Stückchen weiter, wir haben teilweise Schulen zum

16:31

Beispiel in Dresden, zumindest nach Hörensagen, die einen

16:35

sehr, sehr hohen Anteil von migrantischen Personen haben.

16:43

Sagen wir mal, eine Klasse, in der die

16:46

Hälfte ukrainische Flüchtlingskinder sind.

16:52

Ganz ehrlich, wo wäre denn jetzt das Problem

16:54

vor dieser Klasse, zwei Lehrer zu setzen, eine

16:58

deutsche Muttersprachlerin, akkreditierte Lehrerin, und wir setzen noch

17:02

eine zweite dazu, die dieselbe Fächerkombination hat, die

17:07

aber ukrainischstämmisch ist und die fließend ukrainisch-russisch

17:12

spricht, die dabei ist, Deutsch zu lernen, und

17:17

die diese ganzen Sprachhürden aufheben könnte, die da

17:20

existieren, nicht indem sie den Unterricht in Ukrainisch

17:22

macht, überhaupt nicht, das ist nicht das Ziel,

17:25

aber indem sie in Situationen, wo es einfach

17:28

eine Sprachbarriere gibt, weil sich etwas ganz schlecht

17:31

auf Deutsch erklären lässt, einspringen kann und sagen

17:35

kann, okay, ich erkläre dir das jetzt einmal

17:37

auf Ukrainisch, und danach kannst du es verstanden,

17:41

und dann machen wir auf Deutsch weiter, Punkt.

17:43

Das wäre ein supergeiler Kompromiss, der würde allen

17:46

helfen, aber machen wir nicht.

17:50

Und das ist jetzt, bin ich jetzt zum

17:51

Beispiel nur im Schulsystem geblieben, und es ist

17:56

eine Hängemattenperspektive, so ein bisschen Blick nach oben,

18:00

was wäre überhaupt irgendwie möglich, dass es da

18:04

ganz viele Hürden in unseren Köpfen gibt, dass

18:07

es da ganz viele Hürden in Elternköpfen gibt

18:09

und in Ministerial- und Schulgesetzköpfen gibt.

18:14

Ich bin drauf geschissen, weil wir brauchen eine

18:19

tolle, eine bessere Welt, von der wir träumen

18:24

können.

18:31

Und das Problem betrifft nicht nur den Schulsektor.

18:37

Das betrifft auch ganz einfache Sachen wie buchhalterische

18:42

Tätigkeiten.

18:43

Die sind, verdammt noch mal, in einem osteuropäischen

18:47

Land nicht so viel anders als hier bei

18:53

uns in Deutschland.

18:53

Ja, wir haben andere Gesetze, wir haben andere

18:57

Buchhaltungssoftware, aber ganz ehrlich, hier sollte nicht ein

19:02

Sprachzertifikat ein Hinderungsgrund sein, eine Person einzustellen.

19:09

Niemand kann behaupten, wir haben Fachkräftemangel in der

19:13

Finanzbuchhaltung, während man gleichzeitig sagt, ja nee, tut

19:19

uns leid, aber die brauchen halt ein C1,

19:21

wenn sie bei uns arbeiten wollen, weil unsere

19:23

Mitarbeiter können alle kein Englisch oder kein Russisch

19:25

und kein Französisch und die wollen halt gerne

19:28

fließendes Deutsch sprechen.

19:31

Was für ein Bullshit!

19:38

Ja, das ist eigentlich heute eine schöne Hängemattenperspektive

19:43

gewesen, so wie ich es mir vorstelle.

19:46

Ich habe keine Lösung für das Thema, aber

19:49

es ist einfach ein Thema, was gerade in

19:51

mir unglaublich gearbeitet hat und was jetzt hier

19:53

einfach mal raus wollte.

19:55

Und ich würde mich natürlich über Rückmeldungen zu

19:58

der Folge freuen.

20:00

Ihr könnt die mir per Mastodon schicken, ihr

20:05

könnt die mir per LinkedIn, Insta, PM, E

20:09

-Mail, was auch immer schicken.

20:13

Ich würde mich freuen, darüber ins Gespräch zu

20:16

kommen, vielleicht auch nochmal eine zweite Folge zu

20:18

machen, wo man das Gespräch einfach mal diskutiert.

20:24

Dass nicht nur ich laber, mal rausgehen und

20:26

einen draußenen Spaziergang machen.

20:28

Das wäre cool.

20:31

Habe ich irgendwie Lust drauf.

20:33

Ich habe immer noch so viel Lust und

20:34

dann wird es nicht, aber gucken wir mal.

20:37

Vielleicht wird das ja besser.

20:39

In dem Sinne, ich wünsche euch eine richtig

20:42

gute Zeit.

20:42

Ich bin jetzt hier gleich an der Straße,

20:44

ich stehe gleich in den Bus ein.

20:46

Ihr merkt es ja an den Hintergrundgeräuschen, da

20:48

baggert es irgendwie und es rauschen die Autos

20:50

wieder.

20:51

Ich bin raus aus dem Priestensgrund und wenn

20:54

ich jetzt hier drauf gucke, als ich rein

20:55

bin in den Priestensgrund, war ich unten am

20:57

Priestenszahlviadukt.

20:58

Jetzt bin ich hier oben an der, oh

21:01

Gott, ich weiß gar nicht wie es heißt,

21:02

an der alten Garnisonskirche oben.

21:05

So, so ist es.

21:07

In dem Sinne, macht's gut.

21:14

Wir hören uns.

21:16

Ciao, ciao.

21:19

Nachklänge, ich gucke mal.

21:20

Vielleicht schneide ich euch noch ein bisschen was

21:22

ran.

21:23

Aber echte Nachklänge gibt es jetzt hier gerade

21:26

nicht.

21:26

In dem Sinne, macht's gut.

21:29

Bis zum nächsten Mal.