Perfektes Deutsch oder imaginäre Sprachbarrieren
Ep. 17

Perfektes Deutsch oder imaginäre Sprachbarrieren

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Episode description

Auf dem Karrieretag in Dresden habe ich mit mehreren Menschen gesprochen, die in ihrem Beruf richtig gut sind – aber an Sprachzertifikaten scheitern. B1 Prüfung geschafft, trotzdem heißt es: „Ohne B2 oder C1 keine Chance.“

In meiner neuen Podcastfolge Hängematten-Perspektive denke ich laut darüber nach, was Sprache im Job wirklich leisten muss, warum wir sie vor allem im echten Kontakt lernen und welche Alternativen es zu starren Zertifikats-Hürden geben könnte – z.B. Team-Teaching oder gemischte Tandems im Arbeitsalltag.

Die Folge kommt ungeschnitten aus dem Prießnitzgrund in Dresden – mit Vogelstimmen, Straßenrauschen und vielen Fragezeichen im Gepäck.


Gab es einen Moment, der hängen geblieben ist – oder eine Frage, die nachhallt? Ich freue mich über deine Rückmeldung, egal ob lang oder kurz.

Du kannst mir schreiben:

💌 E-Mail an haengematte@hanjo-meinhardt.de
🐘 Mastodon: @waldcoach@dresden.network
💼 oder über LinkedIn

Ich lese mit – und ich antworte.

Vielleicht entsteht daraus ja ein kleiner Waldpfad von Gedanken.

Download transcript (.srt)
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Hallo, willkommen zu einer neuen Hängematten-Perspektive von

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draußen im Walde und wird heute ein Stück

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im Priesengrund spazieren.

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Das Thema im Kopf ist die schöne Hängematten

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-Perspektive.

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Ich habe jetzt gerade tatsächlich einfach nur ein

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bisschen Schritte im Laus aufgezeichnet für den Anfang,

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weil, ja, hier zwitschern so ein paar Vögel,

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aber im Hintergrund hier ist noch so die,

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was ist das?

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Das ist, glaube ich, die Stauffenbergallee, die St.

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Xavier-Biadukt, und die lärmt jetzt um diese

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Zeit doch ganz schön.

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Auf der anderen Seite läuft jetzt gerade schön

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eine Priesenz lang, die fließt hier so friedlich

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vor sich hin.

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Und es wird jetzt hier langsam ein bisschen

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ruhiger.

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Es ist schön hier, ich mag das hier.

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Es ist echt, also für alle Dresdner gerade,

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die Neustädter, also wenn ihr den Priesenzgrund noch

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nicht kennt als Fleckchen, wo man mal schnell

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spazieren gehen kann, ja, also wirklich, wirklich die

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absolute Empfehlung, wenn man einfach mal ein bisschen

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rauskommen will.

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Vom Alloun-Park hinterher zum Priesenzlaufen, dann an

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der Priesenz langlaufen bis zur ersten Brücke und

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wieder zurück.

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Das schafft man locker in unter einer Stunde,

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wenn man gemütlich läuft, und das ist eine

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richtig geile Übung.

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So, das einfach so vorweg, Local Tip, also

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ich bin total gerne hier, weil es eben

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ein Ort ist, an den ich auch super

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schnell komme, wenn ich in der Neustadt bin

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und nochmal raus will, wo ich auch ein

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bisschen ein Gefühl kriege, also wenn ich jetzt

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nicht gerade nach oben gucke, wo ein Kasernengebäude

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ist oder so, sondern halt eben mich schon

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auch auf die Natur konzentriere, dass es hier

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schon schön verwildert und durchwachsen.

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Das ist relativ cool.

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So, aber was ist mein Thema heute?

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Mein Thema heute ist Sprache im Business, Sprache

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im Job, Sprache auf der Arbeit, im Team.

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Ich versuche mal ein bisschen Kontext erstmal dafür

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zu schaffen.

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Ich habe ungefähr die Hälfte meines angestellten Arbeitslebens

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in multinationalen Teams verbracht, also Teams, wo teilweise

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der Anteil von gebürtigen Deutschen unter 25 Prozent

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lag.

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Das heißt, da war die Arbeitssprache in der

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Regel gar nicht Deutsch, sondern die Arbeitssprache war

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Englisch.

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Und ich war zudem vor zwei Tagen auf

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dem Kariertag einer Messe, es ist eine Jobmesse

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hier in Dresden, also die machen Messen an

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verschiedenen Orten und die haben so eine Coachingzone,

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da war ich als Coach und habe da

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mit vielen wunderbaren Leuten reden können.

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Und ein Thema, was aber eigentlich fast erschreckend

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wiederkehrendes Thema war, war das Thema Sprache.

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Ich hatte mehrere Menschen da zu sitzen aus

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verschiedenen Ländern, die gesagt haben, Hilfe mir mal,

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ich weiß einfach nicht, was ich machen soll,

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ich finde keinen Job, weil in den Stellenbeschreibungen

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steht halt überall drin, ich brauche entweder ein

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Sprachzertifikat B2 oder teilweise sogar ein C1 Zertifikat.

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Ich habe gerade mal meine B1 Prüfung geschafft

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und ich fühle mich jetzt total unsicher in

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meiner Sprache.

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Wow, das hat mich jetzt gerade so ein

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bisschen zum Nachdenken angeregt, eben genau über dieses

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Thema.

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Also was bedeutet denn eigentlich Sprache so im

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Jobkontext?

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Sprache ist ja für uns Menschen, also jetzt

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erstmal ganz objektiv betrachtet, ist Sprache für uns

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Menschen ein Kommunikationsmittel, ein Weg sich auszudrücken, ein

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Weg in Verbindung zu treten.

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Und wenn sich zwei Menschen gegenüber sitzen, die

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sich nicht verstehen, dann haben wir ein Problem.

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Dann entsteht erstmal ein ganz konkretes Problem, dann

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ist erstmal kein effektives Arbeiten möglich, dann ist

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es ganz schwer eine Verbindung in Form eines

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Teams zu erschaffen.

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Und von effizientem Arbeiten, wie es in vielen

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Wirtschaftsunternehmen heute immer noch gefordert ist, braucht man

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da eigentlich gar nicht anfangen.

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Und was ich einfach super krass finde an

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der Stelle, ist, dass diese Personen, mit denen

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ich da gesprochen habe, die dieses Sprachzertifikatsproblem haben,

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also ich konnte wunderbar mit denen Deutsch sprechen.

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Teilweise haben die auch ein fließendes Englisch gesprochen,

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wo ich wunderbar mit denen in Kontakt treten

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konnte.

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Aber grundsätzlich hat das auch auf Deutsch funktioniert.

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Das ist natürlich logisch, das ist anstrengend für

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die und es ist auch anstrengend für mich.

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Also für den Sprecher ist es anstrengend, wenn

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er die Sprache nicht gut kann und es

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ist für den Zuhörer auch anstrengend.

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Also von Effizienz braucht man da erstmal noch

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nicht reden.

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Aber ganz ehrlich, eine Sprache lerne ich nicht

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dadurch, dass ich Vokabellisten auswendig lerne oder Grammatiktests

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schreibe, sondern die lerne ich dadurch, dass ich

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in Verbindung trete mit einer Person, die die

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Sprache vielleicht ein bisschen besser kann und sich

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dadurch einfach ein Sprachniveau ergibt, was besser wird.

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Also Übung ist es, was ein besseres Sprechen,

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bessere Sprachkenntnisse herstellt.

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Und das kriegt man, glaube ich, mit Sprachkursen

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nur sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr,

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sehr, sehr, sehr langwierig hin.

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Weil wenn ich an regelmäßiges Sprechen denke, dann

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denke ich nicht irgendwie an einmal in der

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Woche 90 Minuten in einem Sprachkurs, wo ich

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dann 5 Minuten Zeit habe, mal zu sprechen.

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Oder wenn ich richtig Glück habe, irgendwie Paarübungen

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gemacht werden, wo ich vielleicht von den 90

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Minuten 45 mit einer Person sprechen soll über

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total alltagsferne Themen, die selber kein Deutsch kann.

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Das ist so ein bisschen schwierig, finde ich,

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also dieser Ansatz.

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Und warum finde ich den Ansatz schwierig?

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Ja, weil auf der anderen Seite eben diese

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Anforderung da ist, die sagt, ja, wenn du

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bei uns arbeiten willst, dann musst du aber

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so ein Sprachzertifikat haben und musst da dieses

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oder jenes Level erreichen.

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Wenn ich so ein bisschen reingucke, das kann

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man sicher googeln, Wikipedia ist das relativ knapp

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in der Tabelle, einfach aufgeschrieben, was so die

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Anforderungen an A1 bis C2 sind.

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Wow, also ich kenne Native German Speakers, die

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erfüllen nicht mal die Anforderungen für B1.

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Aber in der Arbeitswelt wird das dann teilweise

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gefordert.

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Das ist ein bisschen in Zwiespalt natürlich.

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Ich möchte halt einerseits natürlich, muss man gucken,

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wie viel Kommunikation ist erstmal notwendig und wie

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gut muss diese Kommunikation sein, damit sie dann

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auch dem Kontext gerecht wird.

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Also ich sage mal so, ein Lehrer oder

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eine Lehrerin, wenn die halt absolut keine Sprachkenntnisse

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haben und sich nicht auf Deutsch ausdrücken können,

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dann ist das natürlich ein Problem.

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Ich rede schon wieder von Problemen heute so

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viel.

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Eigentlich ist es gar kein Problem, es ist

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erstmal eine Hürde, die überwunden werden muss und

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es ist möglicherweise auch ein Kriterium, von dem

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man valide sagen kann, okay, wenn eine Lehrerin

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nicht in der Lage ist, das, was sie

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da tut, ordentlich zu artikulieren und auszudrücken, dann

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muss man sich gegebenenfalls die Frage stellen, ob

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sie das in diesem Job machen kann.

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Aber auf der anderen Seite sind wir dann

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im Arbeitssystem wieder so unflexibel, dass wir dann

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sagen, ja gut, du kannst ja gar nichts

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machen, qualifizier dich erstmal.

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Und das finde ich Mist, zu sagen, ja,

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du musst dich erstmal qualifizieren und dann kannst

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du einen Job bekommen.

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Das zieht sich durch.

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Sprache ist ja so ein richtig krasses Beispiel,

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wie ich finde, von dem man halt wirklich

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sagen muss, okay, gibt es da nicht irgendwie

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andere Gedanken dazu?

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Gibt es da nicht andere Lösungen an der

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Stelle, die man einfach denken müsste, denen man

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einfach Raum geben müsste?

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Weil, und das ist meine hundertprozentige Überzeugung, Sprache

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lernt man nur, indem man sie anwendet.

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Es muss eine Notwendigkeit geben, die Sprache zu

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lernen.

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Und es muss auch Möglichkeiten geben, diese Sprache

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praktisch anzuwenden.

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Und wenn wir zum Beispiel sagen, und ich

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komme jetzt einfach auf dieses Lehrerbeispiel zurück, und

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ich denke, das ist ein bisschen radikal jetzt

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an der Stelle, wenn ich sage, ja, eine

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Person mit 15 Jahren Erfahrung als Lehrerin oder

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Lehrer in einem fremden Land, keine deutsche Muttersprachlerin,

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gibt sich mega Mühe, Deutsch zu lernen, ist

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schon in der Lage, sich auf einer Jobmesse

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mit einem wildfremden Menschen, den sie nicht kennt,

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über diese Probleme auf Deutsch auszutauschen.

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Wieso sagen wir der, du kannst nicht als

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Lehrerin arbeiten?

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Und wenn ich da wirklich tief dahinter tauche,

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dann denke ich mir, warum können wir das

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nicht machen?

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Naja, wir können das nicht machen, weil wir

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unseren Jugendlichen nicht zutrauen, mit einer Person oder

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etwas von einer Person zu lernen, deren Sprache

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sie nicht gut verstehen.

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Weil unser Anspruch ist, es muss sofort verständlich

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sein, und es muss sofort losgehen.

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Das finde ich eigentlich ziemlich krass, weil wir

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damit eigentlich ja schon den jungen Menschen auch

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wieder spiegeln, naja, eine Person, die dir etwas

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beibringen kann, die muss perfekt deine Sprache beherrschen.

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Und in beide Richtungen kann es ja einfach

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sein, wenn ich eins zu eins mit einer

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Person, die meine Sprache nicht spricht, rede, dann

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frage ich nach, wenn ich etwas nicht verstehe.

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Ich höre, da finden die Wahrnehmungsprozesse statt, die

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nun mal bei einer Konversation stattfinden.

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Und schlussendlich gibt es Punkte, wo ich sage,

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das Wort verstehe ich jetzt nicht, was meinst

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du damit?

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Bitte erklär es mir nochmal.

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Und das ist wirklich Kommunikation.

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Das ist dann wirklich Kommunikation, wenn ich sage,

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ich verstehe jetzt gerade nicht, was du da

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erzählst.

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Und genauso fair muss es sein, dass ein

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Schüler sagt, hey, ich verstehe nicht, was du

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da erzählst.

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Kannst du mir das bitte nochmal erklären?

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Das muss fair sein.

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Das ist Augenhöhe an der Stelle.

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Und da ist es sogar egal, ob das,

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jetzt komme ich gerade ein bisschen vom Thema

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ab, egal ob das jetzt eine Sprachbarriere ist,

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oder ob das schlicht und ergreifend ein deutscher

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Muttersprachler ist, der absolut nicht in der Lage

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ist, irgendeinen wissenschaftlichen Sachverhalt jugendgerecht, kindgerecht

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wiederzugeben.

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Da muss der Jugendliche eigentlich auch das Recht

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zu haben.

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Hey, Herr Müller, tut mir leid, aber was

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Sie da jetzt gerade an die Tafel geschrieben

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haben, ergibt für mich keinen Sinn.

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Können Sie mir das nochmal so erklären, dass

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ich es verstehe?

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Aber dafür haben wir keine Zeit.

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Dafür haben wir im Schulsystem keine Zeit, weil

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wir auch im Schulsystem auf Effizienz getrimmt sind.

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Und vielleicht auch darauf getrimmt sind, dass Lehrer

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Götter sind, die alles wissen.

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Und da fehlt aber eben irgendwas.

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Ich könnte da auch eine Lehrerin, die ein

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brauchbares Deutsch, sag ich mal, mit ihr reden

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kann, wo man sich in die Bar setzen

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kann und sich unterhalten kann, oder mit der

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man einen Spaziergang machen kann und wo man

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sich ein bisschen was erzählen lassen kann von

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ihrer Heimat, von ihren Alltagsproblemen.

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Wenn das funktioniert, dann ist die auch in

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meinen Augen in der Lage, Unterricht zu halten,

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wenn es die Offenheit von beiden Seiten gibt,

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zu sagen, hey, okay, dann müssen die Schüler

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eben mal nachfragen, dann geht der Unterricht halt

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vielleicht nicht ganz so schnell.

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Und wir sind noch an einem anderen Punkt

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hier natürlich auf Effizienz gebürstet, auch im Schulsystem,

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dass wir hier sagen, warum packen wir denn

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nicht einfach eine qualifizierte Lehrperson, die die deutsche

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Sprache nicht beherrscht, mit einer qualifizierten Lehrperson, die

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die deutsche Sprache herrscht, zusammen in so eine

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Klasse und lassen sie zusammen Unterricht machen.

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Warum lassen wir die nicht zusammen Unterricht vorbereiten,

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Gedanken austauschen, wie sie das machen wollen, und

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dann zu zweit in die Klasse gehen und

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zu zweit diesen Unterricht durchführen.

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Dann reduzieren wir massiv das Problem mit

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der Sprachbarriere und wir reduzieren gleichzeitig das Problem,

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dass wir in manchen Klassen einfach zu wenig

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Lehrer drin haben.

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Oder, ich denke, es ist vielleicht noch ein

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ganzes Stückchen weiter, wir haben teilweise Schulen zum

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Beispiel in Dresden, zumindest nach Hörensagen, die einen

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sehr, sehr hohen Anteil von migrantischen Personen haben.

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Sagen wir mal, eine Klasse, in der die

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Hälfte ukrainische Flüchtlingskinder sind.

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Ganz ehrlich, wo wäre denn jetzt das Problem

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vor dieser Klasse, zwei Lehrer zu setzen, eine

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deutsche Muttersprachlerin, akkreditierte Lehrerin, und wir setzen noch

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eine zweite dazu, die dieselbe Fächerkombination hat, die

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aber ukrainischstämmisch ist und die fließend ukrainisch-russisch

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spricht, die dabei ist, Deutsch zu lernen, und

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die diese ganzen Sprachhürden aufheben könnte, die da

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existieren, nicht indem sie den Unterricht in Ukrainisch

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macht, überhaupt nicht, das ist nicht das Ziel,

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aber indem sie in Situationen, wo es einfach

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eine Sprachbarriere gibt, weil sich etwas ganz schlecht

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auf Deutsch erklären lässt, einspringen kann und sagen

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kann, okay, ich erkläre dir das jetzt einmal

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auf Ukrainisch, und danach kannst du es verstanden,

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und dann machen wir auf Deutsch weiter, Punkt.

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Das wäre ein supergeiler Kompromiss, der würde allen

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helfen, aber machen wir nicht.

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Und das ist jetzt, bin ich jetzt zum

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Beispiel nur im Schulsystem geblieben, und es ist

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eine Hängemattenperspektive, so ein bisschen Blick nach oben,

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was wäre überhaupt irgendwie möglich, dass es da

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ganz viele Hürden in unseren Köpfen gibt, dass

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es da ganz viele Hürden in Elternköpfen gibt

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und in Ministerial- und Schulgesetzköpfen gibt.

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Ich bin drauf geschissen, weil wir brauchen eine

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tolle, eine bessere Welt, von der wir träumen

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können.

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Und das Problem betrifft nicht nur den Schulsektor.

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Das betrifft auch ganz einfache Sachen wie buchhalterische

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Tätigkeiten.

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Die sind, verdammt noch mal, in einem osteuropäischen

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Land nicht so viel anders als hier bei

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uns in Deutschland.

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Ja, wir haben andere Gesetze, wir haben andere

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Buchhaltungssoftware, aber ganz ehrlich, hier sollte nicht ein

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Sprachzertifikat ein Hinderungsgrund sein, eine Person einzustellen.

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Niemand kann behaupten, wir haben Fachkräftemangel in der

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Finanzbuchhaltung, während man gleichzeitig sagt, ja nee, tut

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uns leid, aber die brauchen halt ein C1,

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wenn sie bei uns arbeiten wollen, weil unsere

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Mitarbeiter können alle kein Englisch oder kein Russisch

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und kein Französisch und die wollen halt gerne

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fließendes Deutsch sprechen.

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Was für ein Bullshit!

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Ja, das ist eigentlich heute eine schöne Hängemattenperspektive

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gewesen, so wie ich es mir vorstelle.

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Ich habe keine Lösung für das Thema, aber

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es ist einfach ein Thema, was gerade in

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mir unglaublich gearbeitet hat und was jetzt hier

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einfach mal raus wollte.

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Und ich würde mich natürlich über Rückmeldungen zu

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der Folge freuen.

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Ihr könnt die mir per Mastodon schicken, ihr

20:05

könnt die mir per LinkedIn, Insta, PM, E

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-Mail, was auch immer schicken.

20:13

Ich würde mich freuen, darüber ins Gespräch zu

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kommen, vielleicht auch nochmal eine zweite Folge zu

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machen, wo man das Gespräch einfach mal diskutiert.

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Dass nicht nur ich laber, mal rausgehen und

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einen draußenen Spaziergang machen.

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Das wäre cool.

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Habe ich irgendwie Lust drauf.

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Ich habe immer noch so viel Lust und

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dann wird es nicht, aber gucken wir mal.

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Vielleicht wird das ja besser.

20:39

In dem Sinne, ich wünsche euch eine richtig

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gute Zeit.

20:42

Ich bin jetzt hier gleich an der Straße,

20:44

ich stehe gleich in den Bus ein.

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Ihr merkt es ja an den Hintergrundgeräuschen, da

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baggert es irgendwie und es rauschen die Autos

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wieder.

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Ich bin raus aus dem Priestensgrund und wenn

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ich jetzt hier drauf gucke, als ich rein

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bin in den Priestensgrund, war ich unten am

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Priestenszahlviadukt.

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Jetzt bin ich hier oben an der, oh

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Gott, ich weiß gar nicht wie es heißt,

21:02

an der alten Garnisonskirche oben.

21:05

So, so ist es.

21:07

In dem Sinne, macht's gut.

21:14

Wir hören uns.

21:16

Ciao, ciao.

21:19

Nachklänge, ich gucke mal.

21:20

Vielleicht schneide ich euch noch ein bisschen was

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ran.

21:23

Aber echte Nachklänge gibt es jetzt hier gerade

21:26

nicht.

21:26

In dem Sinne, macht's gut.

21:29

Bis zum nächsten Mal.